Rezension zum Wien-Krimi „Mörder Quoten“ von Leo Lukas

In seinem Kriminal-Roman „Mörder Quoten“ lässt der Autor Leo Lukas einen Auftragskiller zum Ermittler werden. Sehr zur Freude der Leser, denn das Spiel mit vertauschten Rollen ist höchst unterhaltsam und weckt den inneren Kommissar!

Der Bravo ist einer der Besten seiner Zunft und über die Grenzen Österreichs hinaus berühmt, für seine Präzision und seine Effizienz. Wenn er einen Auftrag übernimmt, dann wird dieser stets zur Zufriedenheit der Kundschaft ausgeführt und die Polizei tappt im Dunklen.

Auftragskiller überrascht: Auftrag schon erledigt

"Mörder Quoten" von Leo Lukas
Spannender Wien-Krimi: „Mörder Quoten“ von Leo Lukas. (Cover: Ueberreuter)

Doch als er einen Wiener Buchmacher umbringen soll, stößt er an seine Grenzen. Denn der Auftrag ist schon erledigt. Und das auf ziemlich unprofessionelle Art und Weise! Ist das eine Falle? Will ihm jemand den Ruf verderben? Oder ist er vielleicht selber schuld?

Durch eine Verkettung seltsamer Umstände lernt der Bravo Peter Szily kennen, einen Schauspieler, der sein Geld mit Werbespots verdient. Der Bravo rekrutiert den Szily kurzerhand als Ermittlungsgehilfen. Fortan machen die beiden sich gemeinsam auf die Suche nach dem Mörder.

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Dabei tauchen sie immer tiefer ein in den Sumpf von illegalem Glücksspiel und Wettbetrug. Und schon bald ist nicht mehr ganz klar, ob sie eigentlich die Jäger sind, oder nicht doch die Gejagten.

„Mörder Quoten“: Spannende Geschichte und bizarre Charaktere

„Mörder Quoten“ bietet nicht nur eine spannende und unterhaltsame Geschichte, sondern wartet auch mit jeder Menge bizarrer Charaktere auf. Leo Lukas, vielen als Science-Fiction-Autor („Perry Rhodan“) bekannt, versteht es hervorragend, seine Figuren lebendig werden zu lassen. Zudem schweift er immer mal wieder ab und startet zu kleinen Exkursen über die Wiener Stadtgeschichte und die Gepflogenheiten der Unterwelt.

Das Buch eignet sich hervorragend als Herbstlektüre auf einer sonnigen Parkbank oder daheim im gemütlichen Sessel. Leo Lukas beweist, dass der österreichische Krimi sich nach wie vor nicht zu verstecken braucht. Sondern, ganz im Gegenteil, immer wieder für eine Überraschung gut ist.

Wien-Krimi „Mörder Quoten“ (Ueberreuter) von Leo Lukas bei uns im Online-Buchshop kaufen.

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Bildnachweis: Leo Lukas. (Foto: Anna Bartek/Ueberreuter)

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Autor: Mikis Wesensbitter

Mikis Wesensbitter wäre eigentlich ein waschechter Ostberliner geworden, wenn nicht Ende August 1968 ein Unfall bei der Deutschen Reichsbahn den kompletten Schienenverkehr der DDR lahmgelegt hätte. So kam er in Zossen zur Welt. Pünktlich zur 25. Wiedervereinigungsfeier erschien mit "Wir hatten ja nüscht im Osten … nich’ ma Spaß" Mikis Tagebuch aus dem Jahre 1989 in der Edition Subkultur.

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