Wenn die Liebe endet – Rezension zu „Solikante Solo“ von Björn Kern

Solikante Solo

In seinem neuen Roman „Solikante Solo“ schickt Autor Björn Kern ein Elternpaar durch die Höhen und Tiefen der Beziehungsachterbahn. Und die Leser auf eine Reise zwischen Großstadt und Provinz.

Jann und Ruth waren einmal sehr verliebt ineinander. Wie sich das angefühlt hat, wissen beide zwar noch. Aber manchmal müssen sie schon lange überlegen, um sich daran zu erinnern. Als ihre Tochter Sisal geboren wurde, begann Jann sich immer mehr Sorgen um die Zukunft zu machen. Zum Beispiel darüber, ob der Klimawandel nicht schneller zuschlagen würde, als Sisal erwachsen werden würde.

„Solikante Solo“: Fort aus Berlin in die Provinz?

In „Solikante Solo“ wünscht Jann sich fort aus Berlin, aus dem Verkehrslärm, den Abgasen und der ständigen Hektik. Ruth hingegen findet das Leben in der Stadt ganz ausgezeichnet. Schließlich stammt sie selbst aus der westdeutschen Provinz und will, dass ihr Kind mit Multikulti und Vielfalt aufwächst.

Rezension zu "Solikante Solo"
Rezension zu „Solikante Solo“ von Björn Kern. (Cover: Fischer)

In Solikante, einem verschlafenen Nest im Oderbruch, entdeckt Jann ein heruntergekommenes Guthaus, das er sofort als seinen Sehnsuchtsort erkennt. Er tauft das Haus auf den Namen „Schloss“, kauft es und hofft, dass die Familie hier glücklich wird.

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Doch Ruth hat keine Lust auf Provinz und Janns finanzielle Rücklagen schwinden schneller als der Schnee im Frühling. Als die Fassade im alten Glanz erstrahlt, ist die Kasse leer und das Paar getrennt. Jann bleibt in Solikante und Ruth in Schöneberg. Jann trinkt sich den Alltag in seinem halbfertigen Haus schön. Ruth gibt sich dem hektischen Großstadtleben hin – und Sisal leidet unter der Trennung der Eltern.

Rezension zu „Solikante Solo“: Problem von Menschen und Orten

„Solikante Solo“ ist ein Buch, das sich mit vielen aktuellen Problemen der Gesellschaft und des einzelnen Menschen auseinandersetzt. Es erzählt über viele aktuelle Konflikte und spart auch die Verletzungen nicht aus, die die deutsche Wiedervereinigung hinterlassen hat. Denn trotz der Abgeschiedenheit war Solikante einmal ein lebendiger Ort, in dem das ländliche Leben tobte.

Heutzutage ist es nur noch ein Kaff, in dem die Vergangenheit schöner war als das Jetzt. Ich empfehle, erst einmal eine Leseprobe des Buches, denn der Stil (und vor allem die beiden Hauptakteure) dürften nicht jedem gefallen.

„Solikante Solo“ von Björn Kern bei uns im Online-Buchshop kaufen.

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Bildnachweis: „Solikante Solo“. (Bild: Fischer)

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Autor: Mikis Wesensbitter

Mikis Wesensbitter wäre eigentlich ein waschechter Ostberliner geworden, wenn nicht Ende August 1968 ein Unfall bei der Deutschen Reichsbahn den kompletten Schienenverkehr der DDR lahmgelegt hätte. So kam er in Zossen zur Welt. Pünktlich zur 25. Wiedervereinigungsfeier erschien mit "Wir hatten ja nüscht im Osten … nich’ ma Spaß" Mikis Tagebuch aus dem Jahre 1989 in der Edition Subkultur.

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