Die Dunkelheit erhebt sich – Rezension zu „Das Lied der Nacht“ von C.E. Bernard

„Das Lied der Nacht“ ist der Auftakt zum dreiteiligen Fantasy-Epos „Wayfarer Saga“ von C.E.Bernard, die mit ihrer „Palace“-Saga für internationale Furore sorgte. Freunde der High-Fantasy werden bei diesem Buch auf ihre Kosten kommen.

Die Welt von Erebu besteht aus vielen verschiedenen Reichen, die sich in der Vergangenheit so manche blutige Schlacht geliefert haben. Doch seit einer ganzen Weile herrscht Frieden auf dem Kontinent. Hoch im Gebirge, umschlossen von schroffen Felsen, liegt das Fürstentum Schur.

„Das Lied der Nacht“: Erloschene Lichter

"Das Lied der Nacht" von C.E. Bernard
„Das Lied der Nacht“ von C.E. Bernard. (Cover: Penhaligon)

Einst war es ein blühendes Land, des Nachts leuchteten von den Gipfeln her Leuchtfeuer. Und ein Netz von Laternen machte Pässe, Straßen und Ortschaften zu gut frequentierten Handelsrouten und Marktplätzen. Dann erloschen die Lichter, der Eiserne Baron verbot Feuer und Kerzen in der Nacht und ließ die Tunnel und Pässe sperren. Es sollten nicht noch mehr Fremde in sein Land kommen und für Unruhe sorgen.

„Das Lied der Nacht“ (Penhaligon) von C.E. Bernard bei uns im Online-Shop kaufen

Weyd stammt aus Schur, gehörte vor langer Zeit zur Elite des Landes und hat sich aus allen weltlichen Dingen zurückgezogen. Er ist der einzige Bewohner Schurs, der auch im eisigen Winter den Weg über die Berge findet und fremde Länder bereisen kann. Und er ist ein erklärter Feind des Eisernen Barons.

Weiterlesen:
Dem Abgrund immer näher – Rezension zu "Dunkelkammer" von Bernhard Aichner

Als ein Grenzdorf in der Nacht überfallen und die Bewohner abgeschlachtet werden, sendet der Baron seine Garde aus, um Weyd und seine Freunde gefangen zu nehmen …

Fantasy-Buch mit sympathischen Hauptfiguren

„Das Lied der Nacht“ hat eigentlich alles, was es für ein gutes Fantasy-Buch braucht. Sympathische Hauptfiguren wie Weyd und seine Freundin, die Bardin Caer. Beide sind kampferprobt, Meister des Schwerts und anderer Waffen. Finstere Gesellen, wie den Eisernen Baron, der seine Untertanen knechtet und junge Frauen misshandelt. Und eine mysteriöse Macht, die plötzlich aus der Dunkelheit aufersteht und die Bewohner des Landes abschlachtet. Dazu noch jede Menge Nebenfiguren, die mit Tieren, Wasser und Feuer reden können.

C.E. Bernard, auch bekannt für ihre „Palace“-Saga, ist eine deutsche Autorin, die auf Englisch schreibt und deren Bücher dann hierzulande ins Deutsche zurückübersetzt werden. Sie ist mal poetisch, mal extrem schroff. Da fliegen nicht nur abgeschlagene Extremitäten durch die Gegend, sondern da werden auch primäre Geschlechtsmerkmale abgehackt und Haut vom Fleisch gezogen.

Weiterlesen:
Rezension: Die Chroniken des Aufziehvogels – Haruki Murakami ungekürzt

Über-Ambition oder schräge Übersetzung?

Das ist schon in Ordnung, aber die Mischung passt einfach nicht. Ob es jetzt Über-Ambition der Autorin oder eine schräge Übersetzung ist, lässt sich nur vermuten. Aber der Rezensent fand sich beim Lesen einfach viel zu oft in einem Wortgeröll wieder, das er überblättern musste, bis wieder ein Handlungsfaden kam, der ihn interessierte.

Und dann kam die nächste Fallgrube. Schade, aber wahrscheinlich wird es vielen anderen gefallen.

„Das Lied der Nacht“ (Penhaligon) von C.E. Bernard bei uns im Online-Shop kaufen

Bildnachweis: C. E. Bernard. (Foto: Eva-Lotte Hill/Random House)

Teilen

Autor: Mikis Wesensbitter

Mikis Wesensbitter wäre eigentlich ein waschechter Ostberliner geworden, wenn nicht Ende August 1968 ein Unfall bei der Deutschen Reichsbahn den kompletten Schienenverkehr der DDR lahmgelegt hätte. So kam er in Zossen zur Welt. Pünktlich zur 25. Wiedervereinigungsfeier erschien mit "Wir hatten ja nüscht im Osten … nich’ ma Spaß" Mikis Tagebuch aus dem Jahre 1989 in der Edition Subkultur.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.