Globulis des Todes – Rezension: „Rote Belladonna“ von Jürgen Seibold

Rote Belladonna Cover

In seinem Kriminalroman „Rote Belladonna“ entführt der Autor Jürgen Seibold die Leser ins Apothekenmilieu. Das was eigentlich heilen soll, wird plötzlich zur tödlichen Falle.

Jürgen Seibold hat mit seinen „Allgäu Krimis“ wesentlich dazu beigetragen, das auch im deutschsprachigen Raum der Regional-Krimi einen wahren Boom ausgelöst hat. Seine Bücher haben sich als Dauerabonnenten für die Bestsellerlisten etabliert. „Rote Belladonna“ ist der zweite Teil seiner neuen Reihe „Die Apothekerin ermittelt“ und schreibt Seibolds Erfolgsgeschichte fort.

Undercover-Agentin in der Apotheke

Rezension "Rote Belladonna" Jürgen Seibold
Rezension zu „Rote Belladonna“ von Jürgen Seibold. (Cover: Piper)

Maja Ursinus, die Pharmazie-Expertin mit dem Hang zu kriminalistischen Ermittlungen, wird von ihrem Onkel gebeten, eine alte Bekannte von ihm zu unterstützen. Denn die steht plötzlich unter Verdacht, eine Patientin mit Globulis umgebracht zu haben. Und so schleust sich Maja als Undercover-Agentin in die Marbuger Salus-Apotheke ein, in der die Alternativ-Medizin an erster Stelle steht.

Schnell findet Maja Ursinus erste Indizien dafür, dass es im Team überhaupt nicht stimmt, und die menschlichen Emotionen den professionellen Arbeitsablauf überlagern. Je länger sie forscht, desto mehr Ungereimtheiten entdeckt sie. Auch ihre Gastgeberin, die Besitzerin der Apotheke Elisabeth Wendenroth, erscheint ihr zunehmend verdächtig.

Weiterlesen:
Rezension: David Wellington – Die letzte Astronautin

Aber auch außerhalb der Apotheke stößt die Hobbyermittlerin auf einige Ungereimtheiten. Denn es gibt schon seit Jahren Anfeindungen durch einige Gegner der alternativen Heilmittel. Die manifestieren sich nicht nur in verbalen Auseinandersetzungen, sondern auch in Sachbeschädigung und Verleumdungen.

„Rote Belladonna“: Durchgehend spannend

Jürgen Seibold versteht es geschickt, die Leser immer wieder auf die falsche Fährte zu schicken und dadurch die Spannung durchgehend aufrecht zu erhalten. Nebenbei erfährt man dann auch so einiges über die Wirkungsweise der Homöopathie, Herstellung der entsprechenden Medikamente und wie die Logistik einer Apotheke funktioniert.

Dabei ist Seibold aber niemals überfordernd. Es ist leicht, der Geschichte zu folgen. Maja Ursinus ist eine angenehme Titelfigur, von der es mit Sicherheit noch einiges zu lesen gibt. Sie sorgt garantiert noch für eine Menge Überraschungen.

Jürgen Seibold: „Rote Belladonna“ (Piper Verlag) bei uns im Shop kaufen

Weitere Rezensionen in der Übersicht

Bildnachweis: Cover von „Rote Belladonna“. (Cover: Piper)

Teilen

Autor: Mikis Wesensbitter

Mikis Wesensbitter wäre eigentlich ein waschechter Ostberliner geworden, wenn nicht Ende August 1968 ein Unfall bei der Deutschen Reichsbahn den kompletten Schienenverkehr der DDR lahmgelegt hätte. So kam er in Zossen zur Welt. Pünktlich zur 25. Wiedervereinigungsfeier erschien mit "Wir hatten ja nüscht im Osten … nich’ ma Spaß" Mikis Tagebuch aus dem Jahre 1989 in der Edition Subkultur.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.