Rezension: Die Chroniken des Aufziehvogels – Haruki Murakami ungekürzt

Die Chroniken des Aufziehvogels von Haruki Murakami

Haruki Murakami ist nicht nur Japans meistgelesener Autor und jedes Jahr aufs neue Nobelpreis-Kandidat, sondern auch mein Lieblingsautor. Ausnahmsweise darf deshalb mal eine Rezension auch persönlich sein. Ganz besonders, wenn es um den AUFZIEHVOGEL geht.

Ende der 1990er-Jahre erschien in Deutschland das Buch „Mister Aufziehvogel“ und es interessierte mich Null. Weil mich Bücher aus Japan nicht interessierten. Aber Leben und Bücher sind manchmal eine komische Mischung und die richtige Frau sagte zu mir: „Lies dieses Buch!“. Das machte ich und danach war ich Murakami-süchtig. Eine Sucht, die immerhin schon ihren 20. Geburtstag feiert und viele große Momente gehabt hat. Denn Haruki Murakami hat viel geschrieben.

„Die Chroniken Des Aufziehvogels“ – Übersetzung aus dem Japanischen

Das bisher auf dem deutschen Markt erhältliche Buch „Mister Aufziehvogel“ war eine Übersetzung aus dem amerikanischen. Jetzt ist mit „Die Chroniken Des Aufziehvogels“ eine Übersetzung aus dem Japanischen erschienen, die es auf 130 Seiten zusätzlich bringt und von der Murakami-Übersetzerin Ursula Gräfe stammt.

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Die Geschichte handelt von Toru Tokada, der gerade 30 geworden ist, seinen Job gekündigt hat und eine Auszeit nimmt, um herauszufinden, welcher Beruf zu ihm passt. Doch dann verschwindet sein Kater, seine Frau verläßt ihn und plötzlich ist nichts mehr normal in seinem Leben. Erst recht nicht, als er immer merkwürdigere Menschen kennenlernt und in eine Geschichte verstrickt wird, die weit in die Vergangenheit, bis in den japanisch-chinesischen Krieg, reicht.

Perfekt geeignet für lange düstere Winterabende

„Die Chroniken des Aufziehvogels“ ist eines der besten Murakami-Bücher. Zeigt der Autor doch hier das ganze Spektrum seiner magischen Kunst des Schreibens. Das Buch zieht den Leser in einen Sog, so dass man nicht aufhören kann zu lesen und die Welt, die einen umgibt, plötzlich mit ganz anderen Augen sieht. Perfekt geeignet für lange düstere Winterabende. Und von denen haben wir ja nun noch jede Menge vor uns.

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(Bildnachweis: Die Chroniken des Aufziehvogels von Haruki Murakami / KNV)

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Autor: Mikis Wesensbitter

Mikis Wesensbitter wäre eigentlich ein waschechter Ostberliner geworden, wenn nicht Ende August 1968 ein Unfall bei der Deutschen Reichsbahn den kompletten Schienenverkehr der DDR lahmgelegt hätte. So kam er in Zossen zur Welt. Pünktlich zur 25. Wiedervereinigungsfeier erschien mit "Wir hatten ja nüscht im Osten … nich’ ma Spaß" Mikis Tagebuch aus dem Jahre 1989 in der Edition Subkultur.

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